Die Hartz-IV-Ideologie – WOHLSTAND FÜR ALLE Ep. 08

Es war eine konzertierte Aktion – die neoliberale rot-grüne Regierung unter Gerhard Schröder und Joschka Fischer attackierte mit der #Agenda2010 den #Sozialstaat, und ein Großteil der Medien half dabei kräftig mit. Journalisten schürten den Hass auf Arbeitslose.
Anfang der 2000er-Jahre wurde Hartz IV eingeführt, was in erster Linie bedeutete, dass die Arbeitslosenhilfe und die #Sozialhilfe zusammengelegt wurden, um, wie Schröder später beim Weltwirtschaftsforum in Davos stolz verkündete, den größten Niedriglohnsektor in Mitteleuropa zu schaffen.
Für die Betroffenen zeigte man wenig Mitleid – im Gegenteil: Sie wurden als Faulpelze und Parasiten verhöhnt. Dabei bedeutet Hartz-IV-Empfänger zu sein, wie Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ erklären, in Armut zu leben.
Mehr dazu im Video!

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All Comments

  • Der "ehrenwerte" Herr Hartz war nur ein Strohmann von der ebenso "ehrenwerten" Bertelsmannstiftung.

    STEPHAN MOTZEK 10/12/2019 06:14 Antworten
  • Ich frage auch hier einmal, was definiert eigentlich eine Arbeit? Wenn ich durch den Wald gehe und mich dort umschaue, bekomme ich kein Geld dafür. Polizisten hingegen, welche sich in der Stadt ein bisschen umschauen erhalten für das gleiche Model nämlich Schauen Geld. Politiker Reden und Reden und Reden. also wie wäre es, wenn wir alle nur noch Reden und Reden und Reden. Dann hat man noch die ganzen Sportler, wenn ich durch den wald renne bekomme ich nichts dafür, wenn die durch den wald rennen bekommen die etwas dafür. Wenn ich Auto fahre werde ich nicht dafür bezahlt, Rennfahrer werden aber fürs Autofahren bezahlt. Und ich könnte den Faden noch weiter spinnen.

    Geronimo1969 14/12/2019 15:53 Antworten
  • Gerne Leih-/Zeitarbeit auch nochmal als Thema abhandeln. Super Videos!

    kaschneria 18/12/2019 11:26 Antworten
  • Endlich einmal eine differenzierte, ja geradezu hervorragend präsentierte Darstellung der sozialen Verwerfungen in unserem Land. Hierzu darf man sich einmal die irrwitzige Auffassung des berühmt berüchtigten Prof. (Un-)Sinn zu Gemüte führen, der ernsthaft meint, es bestehe grundsätzlich kein Anspruch darauf, dass Menschen von ihrer Hände Arbeit leben könnten. Das Beste für die Wirtschaft sei, so fügt Sinn hinzu, ein produktiver Niedriglohn, auf den der Staat dann auf Grundsicherungs-Niveau aufstocken könne. Einfach unfassbar, was sich in diesem Lande tut.

    JOE GMY 22/12/2019 23:38 Antworten
  • Dass in einer Broschüre des damaligen Wirtschaftsministers Clement ausgeführt worden sei, dass Sozialhilfeempfänger als 'Parasiten' bezeichnet wurden, ist wirklich ungeheuerlich. Gibt es darüber vielleicht einen Beleghinweis bzw. eine zuverlässige Quelle, die man einsehen kann?

    JOE GMY 23/12/2019 00:17 Antworten
  • Deutschland ist so widerlich elitär. Aber ja, wählt brav die AfD, die bietet eine passende Antwort auf das Gefühl fehlender gesellschafticher Wertschätzung. Dieses Land hat keine Zukunft! Auch als Arbeitnehmer, der ein lebenssicherndes Gehalt verdient, lohnt es sich auszuwandern.

    Studio-Vanguard 23/12/2019 12:33 Antworten
  • Seit Hartz 4 gilt: "Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!"

    Frank Borchers 28/12/2019 19:46 Antworten
  • Danke an Wolfgang Schmitt und Ole Nymoen für diesen Querschnitt durch das Elend. ~:|

    crazy71achmed 08/01/2020 23:33 Antworten
  • Heißt das, dass nicht mehr der Staat den Harz4er bezahlt, sondern der Arbeitgeber? Und der Staat nur noch draufzahlen muss? Und jede Bemühung des Harz4ers selber aus der misslichen Lage zu entkommen vom Staat verhindert wird, indem er die Familienmitglieder gegeneinander ausspielt?
    Ist das so, das der Staat die Ausgaben somit verkleinert und die Einnahmen erhöht?

    a Deer from here 15/01/2020 13:55 Antworten
  • "Mal stufte ein Gericht eine Mutter als gewerblich ein, weil sie in einem Monat 80 gebrauchte Kleidungsstücke ihrer vier Kinder angeboten hatte", um neue Kleidung zu kaufen

    a Deer from here 15/01/2020 14:15 Antworten
  • Ach du sch … ich habe mir vor Kurzem das Interview von Tilo mit H.W.Sinn angeschaut, wo er meinte, der Staat müsse für das Lohndefizit aufkommen, "das der Wettbewerb zwischen in Deutschland angesiedelten und anderen Unternehmen produzieren muss, damit die Wirtschaft hier funktioniert und die Reichen nicht abwandern". Deutschland ist also am attraktivsten, wenn der Staat mit seinem (schon) eng gestrickten Budget, dass er durch mit der vorherrschender Steuerpolitik (wie den Steuerhinterziehungspraktiken) nicht wieder reinholen kann, Lohndumping finanziert. 'Träumchen.

    FinalfantasyFRANtic 25/01/2020 01:11 Antworten
  • 2. Kommentar: ich habe als Studentin umgerechnet monatlich etwas über das Zweifache an Geld für's Essen zur Verfügung, was Kultur betrifft in etwa gleich … und es kommt regelmäßig zu irgendwelchen Außreißern in meinen ausgaben, wenn ich nicht ein bisschen Freiheit in der Planung genießen will (würde ich so viel trinken wie meine Kommilitonen wäre ich pleite). Für ein Stipendium bin ich zu dumm (laut Noten) bzw. zu unengagiert bzw. haben meine Eltern nicht genug prekären Hintergrund (mein Vater war der erste in seiner Familie, der studiert hat, meine Mutter rutscht ständig in Arbeitslosigkeit, und beißt sich dann mit Mühe in eine neue Lehrbeschäftigung rein … und hat etliche Fortbildungen hinter sich … bald an die 15 Jahre Lehrerfahrung, und trotzdem ist sie als Seiteneinsteigerin an Schulen immer unwillkommener #Klassismus, aber das nur als Vergleichswert … #Bafögichkommewohlnundochaufdichzurück). Mir ist aufgefallen, wie schwer es ist, im Discounter an gutes (Freilandhaltung) Fleisch zu kommen, und nicht jeder kommt im Alltag so schnell zum Foodsharing (Hartz-IV-Bezieher, die Lohndumping ausgeliefert sind, vermutlich noch weniger … und Kinder sollen die Deutschen dann trotzdem noch bekommen …).

    FinalfantasyFRANtic 25/01/2020 01:38 Antworten
  • Und dann sind alle ganz überrascht das es einen Ruck nach rechts gibt. Das die Leute dem Etablissement misstrauen und sich von der Politik verraten fühlen. Man möchte den Kopf an die Wand schlagen!

    Karotte 20/02/2020 13:52 Antworten
  • Es macht einen rückblickend wirklich sprachlos, mit welcher Dreistigkeit die rot-grüne Koalition unter der Führung des Gazprom-Maskottchens Schröder damals große Teile ihrer Stammwählerschaft verraten und verkauft hat. Vor dem Hintergrund ist es eigentlich nur logisch, dass die SPD heute am Boden liegt und ein hoher Prozentsatz der traditionell eher links wählenden "kleinen Leute" nach rechts bis ganz rechts abgedriftet ist.

    New World Order Ltd. - Zweigbüro Lissabon 21/02/2020 01:25 Antworten
  • Achtung! Laumann von der CDU versucht vollständigen Leistungsentzug durchzusetzen. Die will er mit der Randziffer 209 die unter Begründung des BVG Urteils vom November 2019 fällt begründen. Was natürlich verfassungswidrig wäre. Man muss jetzt entgegenwirken,ansonsten wird ein Gesetz durchgewunken den keiner haben wollte.

    raja clear 26/02/2020 08:18 Antworten
  • DIE LINKE wählen!

    raja clear 26/02/2020 08:19 Antworten
  • man kommt wunderbar mit Hartz 4 aus 😀 aber nur wenn alle Versicherung nicht mehr vorhanden sind man keinerlei Abos hatt . und auch nicht mehr außer Haus geht dann kann man sogar Sparen 😀 man kann sich zwar auch nicht mehr mit anderen verständigen nach ner zeit aber das ist doch eh nicht gewollt 😀

    stefan schulze 28/02/2020 05:02 Antworten
  • Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten! Und wer war dabei? Die Grüne Partei!
    Ich, 18 aus NRW, werde bei der Bundestagswahl 2021 als Erstwähler Die Linke wählen. Wir müssen diesen Neoliberalen Wahnsinn beenden.

    Nils Xy 01/03/2020 08:18 Antworten
  • 4 FDP-Wählern gefällt das nicht

    Max K 26/03/2020 15:44 Antworten
  • war ganz interessant, danke

    Interneety 17/04/2020 19:00 Antworten
  • Toller Kanal mit sachlicher Aufklärung zu den verschiedenen Themen! Großes Kompliment von einem Sozialökonomen!

    Und ein wichtiges Gegengewicht zu den neoliberalen Sektierern und Anarchokapitalisten, die sich so auf YouTube tummeln!

    Epikur Epikur 20/04/2020 09:08 Antworten
  • Ich glaube der elementare und fundamentale Denkfehler den ihr habt, ist das ihr die Armut in Deutschland quantitativ massiv überschätzt und den Reichtum quantitativ massiv unterschätzt.

    Es gibt in Deutschland ungefähr 800000 Millionäre. Diese haben natürlich auch noch einen Anhang von Partnern und KIndern, den ich mindestens mit den Faktor 4 Ansetzen würde. Dies ist bereits sehr konservativ geschätzt da ich hier nur von der Kernfamilie ausgehe und Eltern und Geschwister mal weglasse. Diese Millionäre haben auch weitere Assoziierte z.B. Freunde , Mitarbeiter, Anwälte usw. die mit den Millionären und ggfs.von Ihnen wunderbar leben und auskommen. Schätzungsweise denke ich das ungefähr 6,4 Mo. Menschen in diesen Land zur Bourgeoisie gehören bzw. mit ihr Assoziiert sind. Die meisten davon dürften deutsche sein , wahlberechtigt sein und damit schon einen großen politischen Machtfaktor darstellen. Das ist bereits wie gesagt nur das engere Umfeld der Millionäre, über die die mehrere Hundertausend Euro haben haben wir noch gar nicht gesprochen.

    Darüberhinaus gibt es in Deutschland auch Wahnsinnig viele Leute die gut verdienen. Lehrer , Ärzte, Ingenieure aber auch gut ausgebildetete Facharbeiter machen ihren Schnitt , sind oftmals ebenfalls häufig deutsche Staatsbürger und ein politischer Machtfaktor.

    Die Anzahl der armen ist in Deutschland bei weitem nicht so hoch als das man damit eine politische Wahl gewinnen kann. Das gilt besonders da viele Hartz 4 Empfänger aber auch Geringsverdiener eben keine deutschen Staatsbürger sind.

    Des weiteren sind viele Umverteilungsüberlegungen der politisch stark Linken eben sehr radikal und schrecken dadurch viele Leute ab. Wie wollt ihr es denn verhindern das es zu einer Standortflucht kommt ? Wieder eine Mauer bauen? Wie wollt ihr denn den Niedergang des Mittelstandes bei z.T vollkommen überzogenen Erbschaftssteuerfantasien verhindern. Von der vorher massiven Vermögensflucht mal ganz zu schweigen?

    Selbst Leute die sich mehr Umverteilung wünschen weil sie z.B. Geringverdiener sind sind von euren Konzepten nicht sonderlich überzeugt weil sich die Finanzierungsmodelle oftmals auf sehr tönernen Füßen befinden.Das gilt z.B. auch für die Finanztranaktionssteuer die auf den Papier verlockend klingt aber in der Praxis fundamental scheitern würde. Jeder der sich mal intensiv mit dem Aktienhandel und insbesondere mit kurzfristigen Handel auseinandergesetzt hat weiß, das eine solche Steuer die Rendite vollkommen auffressen würde. Ergo würde der Handel damit nicht mehr stattfinden und man würde auch die Abgeltungssteuer verlieren.

    Des weiteren legt ein erheblicher Teil der Linken inzwischen einen großen Fokuss auf die ärmsten oder Minderheiten. Das ist sicherlich gut gemeint und ich will der Linken auch nicht ihre Schwerpunktsetzung diktieren, aber dabei werden eben Mittelschicht und Geringsverdiener aus meiner Sicht vernachlässigt. Jenes Milieu wählt dann eben auch anders.

    Abgesehen davon sind eben Linke Konzepte die auf recht radikale Umverteilung setzten in der Praxis oftmals fundamental gescheitert und haben sich oftmals sogar als hochgradig repressiv herausgestellt. Das wissen viele Leute und das schreckt sie ab.

    Es ist eben auch so das die kapitalistischen Staaten Europas, Nordamerikas sowie Japan und Südkorea zu den reichsten Staaten der Welt gehören. Und das eben nicht nur ökonomisch sondern auch bildungstechnisch, infastrukturtechnisch und medizinisch.

    Das Klagelied über Hartz 4 kommt ebenfalls nicht gut an. Das Leben mit Hartz 4 ist weit davon entfernt ein Zuckerschlecken zu sein. Aber obwohl man nichts zur Wertschöpfung beiträgt hat man Zugriff auf eine Wohnung , eine Top-medizinische Versorgung und mehrere hundert Euro. Das ist ein Novum in der Geschichte. Das gab es nicht in der Antike, nicht im Mittelalter , nicht in der Neuzeit nicht im Kaiserreich nicht im Dritten Reich und nicht in der DDR. Das gibt es so nur in ganz ganz wenigen Ländern.

    Das von euch so verhasse kapitalistische System mag Ungerechtigkeiten produzieren die von vielen Menschen auch so wahrgenommen werden, es hat aber letztendlich schon zu einen der beeindurckensten Sozialstaaten der Menschheitsgeschichte geführt. Und das merken die Leute auch ebenso wie ihnen das praktische Scheitern des Marxismus durchaus bewusst ist.

    Eure Alternativen sind ökonomisch nicht durchdacht, haben keine quantitative Mehrheit hinter sich , sind in der Vergangenheit gescheitert und es ist fraglich ob sie erfolgreich wären.

    Es reicht nicht, mithilfe von Marx tatsächliche oder vermeintliche Problemstellungen zu analysieren sich darüber zu echauffieren und zu klagen. Viel mehr muss man ökonomisch überzeugende Problemlösungen anbieten die den ideologische und politischen Präferenzen dieser Gesellschaft gerecht werden.

    Es ist in einer Demokratie letztendlich vollkommen egal was Marx dazu sagt oder was aus Sicht von Marx die Probleme sind , genauso ist es egal was eure subjektiven Gerechtigkeitsbegriffe sind. Entscheidend ist ob man mit den eigenen Ideen diejenigen Überzeugen kann die politische Macht verleihen , also die Wähler.

    Ich denke davon seit ihr weit entfernt und ihr entfernt euch immer mehr indem ihr euch in politischen Diskursen verausgabt die kaum einen Mensch interessieren.

    Max Stirner 21/04/2020 18:59 Antworten
  • Euch sollte Jeder sehen! Damit man sieht und nicht nur schaut 😉

    So habe ich es auch in der Praxis erlebt: Die meisten Hart IV Bescheide enthalten tatsächlich Fehler und verwehren den Berechtigten das benötigte Geld. Deshalb sollte man immer (!) einen Widerspruch einlegen; am besten von unabhängigen Sozialberatungen bei der Antragstellung begleiten lassen.

    Chrisilibrium 14/05/2020 13:56 Antworten
  • Eigentlich ziemlich interessant, aber 400€ sind viel zu viel für einen Single, insbesondere da die Warmmiete bezahlt wird…
    Und auch wenn die Rechnung idiotisch ist so kommt man auf eine viel zu hohe Zahl da nicht mit einberechnet ist das viele Kulturangebote kostenlos sind und man auch an vielen anderen Stellen auf 0 € kürzen könnte.

    Thomas NK 06/06/2020 19:29 Antworten
  • Oh, das Projekt das einem gewissen Hund (denn der Herr in diesen Verhältnis war eindeutig der Unternehmer Peter Hartz!) namens Schröder die ewige Dankbarkeit der Industrie eingebracht hat (zusammen mit der Schwächung der Gewerkschaften, dem verwässerten/aufgeweichten Kündigungsschutz, der ausufernden Privatisierung (die Bahn ist heute schlechter als sie es als Staatskonzern war!) und den De-Regulierungen bei der Zeitarbeit und den Werkverträgen!)? Blergh, Hartz IV (die ganze Agenda 2010 wenn man mich fragen würde!) muss weg! Sofort! Wir brauchen wieder echte soziale Marktwirtschaft, denn diese haben wir ja leider unter Schröder begraben, als die SPD ihr "S" weg geschmissen hat (wie unnötigen Ballast!) und zu einer PD wurde die nur eine Merkel-Steigbügel-Halterin ist! Wie man so charakterlos sein kann, das würde ich gerne wissen!

    Klar haben es sich einige "bequem" gemacht – aber meist auch nur die, die nie eine Chance auf ein vernünftiges (d.h. nicht nur sagen wir mal 100 Euro mehr als ALG (also das vor Hartz IV!), denn dafür lohnt es sich nicht zu arbeiten!) Einkommen hatten…ein BGE muss her, damit miese Bezahlung sich ein für alle mal für die Arbeitgeber nicht mehr lohnt, weil keiner mehr kommt für das Geld bzw. zu diesen Stunden (40 Stundenwoche? Unproduktiv! Das haben schon genug Universitäten in Studien nachgewiesen, aber wir halten dran fest – warum? Weil man so "den Pöbel" beherrscht, weil dieser abends fertig nach Hause kommt und zu müde ist sich um Politik Gedanken zu machen!)

    DreamingFlurry 30/06/2020 22:26 Antworten
  • Völlig daneben. Agenda2010 war unglaublich wichtig für Deutschland und hat den Grad an Beschäftigung massiv erhöht. Eure ganzen Argumente kann man auch von ner anderen Seite betrachten. Allein das beklagt wird, dass Leute aufstocken MÜSSEN. Wenn jemand wenig kann und demzufolge schlecht bezahlt und wird, ist er selbst dafür verantwortlich. Das der Staat den Menschen noch Geld dazugibt, sollte dieser mensch dankbar sein, statt rumzumeckern. Mehr leistungs- weniger Gleichheitsprinzip! Mehr Eigenverantwortung, weniger Umverteilung!

    Wayne Interessierts 01/07/2020 17:17 Antworten
  • Die Jobcenter "hießen" nicht "früher Arbeitsamt". Das Arbeitsamt wurde umbenannt in "Agentur für Arbeit" und wurde der Verantwortung für die sogennante "Arbeitslosenhilfe" entzogen, die man theoretisch unbefristet beziehen konnte, nachdem das Arbeitslosengeld abgelaufen. Und es wurde die Zuständigkeit des Sozialamts radikal reduziert auf Alte und Arbeitsunfähige. Das Jobcenter ist in Wirklichkeit das alte Sozialamt, aber mit Auflagen. Den Hergang hätte man hier schon ein bisschen genauer beschreiben können, gerade für jüngere Menschen die nicht wissen, wie es damals war. Obwohl ich Befürworter des BGE bin, finde ich, dass es sinnvoll war, das Arbeitslosengeld und die Sozialhilfe zu verschmelzen. Es hätte die erste Stufe zu einer Art BGE sein können und wird es sogar vielleicht noch werden.

    Robert Richter 18/07/2020 16:17 Antworten
  • Ich fand es damals schon unmenschlich. Erinnere mich noch wie es eingeführt wurde und die Arbeitslosen in der Klasse defamiert worden sind.

    Marcel Bentholt 27/08/2020 16:56 Antworten
  • Hartz IV Empfänger können nicht ins Theater gehen? Also in den meisten Theatern zaheln Hart IV Empfänger nur ein oder zwei Euro für eine Karte. Bei den Büchereien können sie auch vergünstigt Bücher ausleihen. Beides wird von Hart IV Empfängern aber nicht genutzt. Sie leiden nicht an materieller Armut sondern an geistiger Armut.

    xFrob 27/09/2020 16:47 Antworten
  • Stimmt alles.

    Felix Silberstein 09/01/2021 03:32 Antworten
  • Hm, seit ihr der Meinung, dass Arbeitslose einfach sagen können, den Job mache ich nicht, der gefällt mir nicht?
    Ich finde Hartz 4 sollte nur eine Zwischenlösung sein, um die Würde des Menschen zu gewährleisten, aber schon dafür sorgen, dass Betroffene möglichst schnell wieder einen Arbeitsplatz haben. Deswegen verstehe ich das Problem nicht, dass Arbeitslose kaum eine Wahl haben.

    Lonni Ert 17/01/2021 22:27 Antworten
  • Hartz IV ist entstanden, weil es mit dem Vorgänger-System ständig Probleme und vor allem auch Vermittlungsskandale gab – gefälschte Statistiken usw. plus immer wieder das Phänomen finanzieller "Verschiebebahnhöfe", also die immer komplexere Verzerrung der eigentlich eingeplanten Budgets weil es mal durch starke Frühverrentung mal durch etwas anderes immer undurchsichtigere Budgets gab, welche zu weiteren Problemen führten. Dazu kommt in der Tat auch eine ideologische Neuorientierung, welche aber nicht schlecht ist: Die Orientierung weg vom konservativen, auf Statuswahrung bedacht durch ein den früheren Status spiegelndes Arbeitslosengeld, hin zu einem sozialdemokratisch-liberalen System, welche ein solches Geld nur kurz zahlt (in vielen Ländern mit so einem System gibt es ALG I- Äquivalente überhaupt nicht!) und stark auf aktive Vermittlung setzt. An diesem Punkt wurde allerdings einiges falsch gemacht, da man nicht rigoros genug auf angebotsorientierte Maßnahmen setzt und (Langzeit-)Arbeitslose entsprechende qualifiziert bzw. sich oft auf sehr teure, aber wenig kompetente Drittanbieter verlässt. Hier muss sich einiges ändern und gerade durch digitale Angebote wird es das wohl hoffentlich auch. Bezüglich der Sozialhilfe war und ist Hartz I übrigens kein Kahlschlag: Die alte Sozialhilfe betrug Ende 2004 knapp 260€, der Hartz IV damals schon knapp 400€ für Alleinstehende plus Wohngeld u.A. Das ist natürlich immer noch wenig aber der Vorteil ist vor allem auch, dass die alte Sozialhilfe zu keinerlei aktiver Vermittlung berechtigte und man überhaupt keine Vermittlungsleistungen der Ämter in Anspruch nehmen konnte, ganz anders heute.

    Till-Ulrich Hepp 09/02/2021 21:21 Antworten
  • Nicht nur die Medien haben kräftig dabei geholfen, die Agenda schmackhaft zu machen, auch alle derzeit im BT und BR vertretenen Parteien außer der PDS beteiligten sich an der Ausgestaltung der Reformen und stimmten letztendlich für sie.
    Der Vortrag ist mal wieder sehr gelungen und zeigt erneut, wie pervers dieses System ist, welches prekäre Verhältnisse forciert, Menschen nicht einmal surreale Mindeststandards gönnt und ganze Familien in Mitleidenschaft zieht.

    Robert 123 23/03/2021 11:47 Antworten
  • 9:00 Naja, VOR HarzIV bedeutete Niedriglohn u.a. am Bahnhof in einem Erdloch zu leben und rausgekrochen zu kommen wenn bei der Bahn leere Chemie- oder Erdölwaggons geputzt werden mussten. Die grossen Umschalgsbahnhöfe im Ruhrgebiet waren da zB berühmt dafür. Oder im Lager ganze LKWs zu beladen…mit einer Sackkralle als einziger Arbeitshilfe. Solche Zustände gibt es heutzutage nicht mehr.

    TOFKAS01 18/05/2021 18:13 Antworten
  • Ich habe eine 24-monatige Ausbildung mit Hartz4-Geld gemacht. 6-Tage-Woche, 2 Jahre lang, also mehr als Vollbeschäftigung. Der Erstantrag ging sofort verloren, und ich fand es mit Ach und Krach erst 2 Monate später raus. Dann bekam ich direkt 3 Monatssätze überwiesen. Anschliessend habe ich einen Weiterbewilligungsantrag gestellt. Der hat 6 Monate gebraucht, um genehmigt zu werden. Es was mittlerweile wieder Zeit um schon den nächsten Weiterbewilligungsantrag zu stellen (Dezember). Nach einer 2-monatigen Verspätung (Ende Februar) meinte man, dass ich mich nur noch 1 Woche gedulden muss. Ich wollte dann sofort den nächsten Weiterbewilligungsantrag stellen, diesmal 4 Monate zu früh (für den July), und das Amt fand, dass das eine wurderbare Idee wäre, damit die diesmal, auf diese Art, rechtzeitig den Antrag genehmigen. Wohl am selben Tag (Ende Februar) hat man den fast genehmigten, 2-Monate-alten Antrag gelöscht, und mit dem 4-Monate-zu-frühen überschrieben !!! Die Zahlungen gingen LANGSAM weiter und ich scherte mich nicht weiter darum, die 2 noch geschuldeten Monate zu verlangen, da ich 3 mal pro Woche im Anzug im Büro war, und schon Prüfungsphase war. Als die Prüfungsphase vorbei war, fiel mir auf, dass die regelmässigen Zahlungen sich tatsächlich auf jene Monate bezogen, anfangend mit dem Monat, als der frühzeitige Antrag gestellt worden war (also genehmigt war März bis August, statt Januar bis Juni). Und dass die 30-Tage-Frist zum Anfechten des für den falschen Zeitraum genehmigten Antrags eben verstrichen war. Bei ihrem Fehler, dem Überschreiben des vorigen Antrags, ist ihnen angeblich nicht mal aufgefallen, dass das Datum des Genehmigungszeitraums erst 4 Monate später war. Somit habe ich am Ende diese 2 Monatszahlungen verloren, und durfte 2 Monate Krankenversicherung selber zahlen. Da ich eine günstige Miete von 214€ hatte, und die KK selber bezahlte 2 Monate lang, habe ich diese 12 Monate mit durchschnittlich 498€/Monat verbracht, die mir das Amt gab, inklusive der Miete vesteht sich, also 12 Monate mit 284€/Monat (Jahr-Hochrechnung 5.976€ inklusive Miete)… In 24 Monaten, bekam ich 2 Monate kein Geld, und von 11 der restlichen 22 bekam ich es mit bis zu 6 Monaten Verspätung. Und dabei habe ich extra meinen Job aufgegeben gehabt, um diese Ausbildung zu machen, da ich keine Aufstiegschancen in meinem alten Job sah…
    Heute würde ich lieber hungern, als je wieder mich auch nur in der Nähe eines Sozialamtes aufzuhalten…

    Klaus Brinck 19/05/2021 22:20 Antworten

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