Deutschland steckt wieder mittendrin im Corona-Lockdown. Sachsen, wo die Pandemie besonders schlimm wütet, hat am Montag den Anfang gemacht, seit Mittwoch verläuft das Leben auch im Rest der Republik ruhiger. Die Politik fährt die Wirtschaft herunter, um die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger zu schützen.

Die Entwicklung der Infektions- und die Todeszahlen sind die Größen, die dieser Entscheidung zugrunde liegen. Mit Beginn des Lockdowns bringt sich nun eine weitere Größe in Erinnerung: die Entwicklung der Konjunktur. Natürlich werden Medien, Öffentlichkeit und Politiker auch weiterhin vor allem die Infektions- und Sterberaten im Blick behalten. Doch mit jedem Tag, den der Lockdown anhält, gewinnt eine Frage an Bedeutung: Wie lange hält die Wirtschaft das durch?

Natürlich muss Gesundheit im Zweifel Vorrang haben

Wirtschaft, das ist ist nicht irgendetwas Abstraktes. Wirtschaft sind wir alle. 45 Millionen Arbeitsplätze, 3,11 Billionen Euro Wertschöpfung im Jahr, die Grundlage des deutschen Wohlstandes und damit zentraler Bestandteil der persönlichen Lebensführung. Das vergisst man gerne in der aufgeregten Debatte, wenn Gesundheitsschutz und wirtschaftliches Wohlergehen gegeneinander abgewogen werden.

Natürlich muss Gesundheit im Zweifel Vorrang haben. Anders als ökonomisches Wachstum ist sie nicht aufhol- oder ersetzbar. Und selbstverständlich hängt auch das wirtschaftliche Wohlergehen eines Landes ganz wesentlich von der Gesundheit seiner Einwohner ab. Die Lockdown-Entscheidung war deshalb richtig.

Auch der Einfluss der Wirtschaft auf die Gesundheit ist groß

Andersherum hat eine prosperierende Wirtschaft großen Einfluss auf die Gesundheit einer Gesellschaft. Das fängt bei der medizinischen Versorgung an und hört bei der psychischen Verfassung der Menschen auf. Die meisten von uns sind nachweislich zufriedener und damit gesünder, wenn sie über einen guten und sicheren Arbeitsplatz verfügen. Deshalb ist es so wichtig, dass auch die Betriebe die Pandemie gut überstehen.

Derzeit wirkt die deutsche Wirtschaft stark genug, um auch diesen zweiten Lockdown zu verkraften – auch weil der Staat die Unternehmen mit Milliardenhilfen stützt. Die Summen sind schwindelerregend hoch, aber das Geld ist gut angelegt. Eine Pleitewelle und die unweigerlich folgende Massenarbeitslosigkeit käme das Gemeinwesen teurer zu stehen.

Die Wirtschaftsleistung wird im laufenden Quartal schrumpfen. Auch für den Beginn des Jahres 2021 sieht es nicht gut aus. Danach aber könnte es wieder aufwärts gehen, nach Prognose vieler Ökonomen sogar kräftig. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier träumt bereits davon, dass der Einbruch des Seuchenjahres 2020 im kommenden Jahr komplett aufgeholt wird. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass wir die Pandemie wieder in den Griff bekommen.

Wirtschaft und Gesundheit bedingen einander, sie sind keine Gegensätze. Es schadet gerade in diesen turbulenten Zeiten nicht, sich das hin und wieder zu vergegenwärtigen.





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